30.07.2019 / Medienmitteilung / /

Unsere Rede zum 1. August 2019 – Die Schweiz in einer bunten Welt der Kulturen

Die Schweiz in einer bunten Welt der Kulturen

Nationalfeiertag, Nationalhymne, Landesfahnen, Bundesfeiern mit patriotischen Ansprachen und teurem Feuerwerk: alles ein Anachronismus in einer globalisierten Welt? Überholte Heimatpflege?

Tatsache ist, dass in fast allen Kulturen die Menschen wieder ihre Wurzeln suchen, je mehr sie einer gleichmacherisch-nivellierenden „Universalkultur“ ausgesetzt sind. Sie pflegen vermehrt wieder ihre Werte und Traditionen. In fast ganz Europa sind diese christlich geprägt. Selbst Atheisten bewundern Bachs h-Moll-Messe oder romanische Klosteranlagen.

Suche nach Identität bedeutet aber nicht Selbstzufriedenheit, Abkapselung oder gar Ablehnung alles Fremden. Im Gegenteil: Eine Besinnung auf unsere Werte stellt eine dauernde Verpflichtung zu Frieden, Gerechtigkeit und Wahrung der Schöpfung dar. Verpflichtung zu sozialer Verantwortung gegenüber Menschen, die im Schatten unseres Wohlstandes stehen, zum Beispiel in Ländern, wo mit Waffen „entwickelter“ Länder um Ressourcen und Macht gekämpft wird. Unsere Werte verpflichten uns auch immer dringlicher dazu, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, Raum und Ressourcen nicht zu übernutzen, das Klima zu schützen. Nicht zuletzt künftigen Generationen zuliebe.

Das charakteristisch schweizerische Subsidiaritätsprinzip schiebt Verantwortung gegenüber Mitmenschen und der Umwelt nicht einfach auf den Staat ab, auf eine EU oder noch höhere Organisationen. Sondern sie löst möglichst viele Aufgaben unten in überschaubaren familiären und nachbarschaftlichen Netzen, in Genossenschaften und Vereinen, in der Gemeinde. Mit möglichst wenig Bürokratie, dafür mit Empathie und Spontaneität.

Subsidiarität lebt nicht zuletzt von Freiwilligenarbeit, einer wichtigen Stütze jeder intakten Gesellschaft. Ob in der Alterspflege oder im Chorgesang, ob in einer Partei oder bei Umweltaktionen: ohne unbezahltes Engagement wäre es schlecht bestellt um den Zusammenhalt einer Gesellschaft.

An diese Art Solidarität darf an einem Nationalfeiertag durchaus erinnert werden, auch wenn sie von „Weltbürgern“ und Karrieremenschen belächelt wird.

Willy Germann, a. Kantonsrat CVP
Nationalratskandidat CSV Zürich

Nationalfeiertag 2019