16.10.2020 / Bericht / /

Lebhaftes Podium zur Konzernverantwortungs-initiative vom 21. Sept. 2020

Das Podium zur Konzern-verantwortungsinitiative bei Caritas Zürich stiess trotz Corona auf reges Interesse.

Willy Germann konnte als Moderator sowohl auf dem Podium als auch im Publikum Engagierte mit völlig unterschiedlichen Meinungen begrüssen. Seine Erwartung, es werde eine lebhafte Diskussion geben, ging vollauf in Erfüllung.

François Mercier, bei Fastenopfer zuständig für Menschenrechte und Rohstoffe, forderte anhand abschreckender Beispiele endlich griffige Massnahmen des Staates gegen Ausbeutung durch Schweizer Konzerne.

Demgegenüber setzte der ehemalige SVP-Nationalrat Claudio Zanetti auf Eigenverantwortung und befürchtete Wettbewerbsnachteile durch eine schweizerische Insellösung.

Samuel Schweizer, Rechtsanwalt und Unternehmer mit fast 500 Mitarbeitenden, verteidigte die Initiative mit dem Hinweis, für die meisten Unternehmen würde die Sorgfaltspflicht kein Problem darstellen. Jedes Unternehmen trage in der Marktwirtschaft Verantwortung für Mensch und Umwelt.

Kathy Riklin setzte auf den indirekten Gegenvorschlag, der durchaus ausbaufähig sei. Sie befürwortet absehbare europäische Lösungen. Ein Vorpreschen der Schweiz könnte wirtschaftliche Nachteile generieren.

 

Die Wirtschaftsanwältin Jeannette Wibmer kämpfte für den Gegenvorschlag des Nationalrates, der im Differenzbereinigungsverfahren aber leider versenkt wurde. Nun unterstützt sie die Initiative, setzt aber auf eine vernünftige Umsetzung mit Gesetzen, die eine Klageflut vermeiden und vor allen prophylaktische Wirkung hätten.

 

Mehrfach wurde von den Podiumsteilnehmenden darauf hingewiesen, dass korrupte Regierungen in rohstoffreichen Staaten und deren Justiz den Menschenrechtsverletzungen und dem Raubbau an der Natur nicht begegnen.

Erfreulich war, dass sich auch Interessierte aus dem Publikum zu Worte meldeten, darunter Vertreter von Kirchen und sogar ein CEO eines grossen Konzernes.